Chatroulette – extrem spannend, nicht nur für Extremspanner
Weil er von Skype gelangweilt ist, programmiert ein 17-jähriger Moskauer Schüler ein Videochatsystem. Er und seine Freunde verbreiten den Link zur Webseite in einigen Foren. Über Nacht hat die Seite mehrere hundert Nutzer gleichzeitig. Rund um die Uhr.
CNN wird auf die Seite aufmerksam und berichtet darüber. Seither tummeln sich darauf durchgehend zehntausende Nutzer.
Die Eltern des Schülers haben 10.000 US-Dollar auf der hohen Kante und steigen als Investoren in das Projekt ein. Inzwischen stehen interessierte Investoren Schlange. Der Wert der Webseite wird heute auf bis zu 30 Millionen Dollar geschätzt, und selbst Google hat sich angeblich bereits bei dem 17-jährigen gemeldet.
Dabei wirkt „Chatroulette.com“ auf den ersten Blick spartanisch und völlig unspektakulär. Es gibt lediglich zwei Videofenster, zwei Chatboxen und einige Knöpfe, wovon der F9-Knopf der wichtigste ist: Per Zufallsgenerator wird man mit einer völlig fremden Person, irgendwo auf der Welt verbunden. Findet man diese Person doof, klickt man F9 und landet beim nächsten Chatpartner. Umgekehrt wird man selbst aus dem Chat gekegelt, falls dem Anderen die Nase nicht passt. Oder was man eben sonst so in die Kamera hält…
Chatroulette ist eine grandiose Zeitverschwendung, in der sich glücklicherweise nicht nur nackte Männer tummeln. Aber auch.
Wir machen den Test und klicken uns durch:
- Ein bleicher Junge mit rachitischem Husten -F9-
- Ein Penis -F9-
- Ein Penis -F9-
- Eine Frau in einer Badewanne –klickt uns weg-
- Zwei singende Männer mit Turbanen -F9-
- Der Bauch eines sehr dicken Mannes -klickt uns weg. Frechheit!-
Dann endlich: Eine hübsche junge Frau mit langen schwarzen Haaren und einer Gitarre. Sie wechselt gern ein paar Worte mit uns, möchte aber leider nicht, dass wir ihr Bild veröffentlichen.
Sie ist 21, heißt Pamela, kommt irgendwo aus Spanien und verbringt täglich ein paar Stunden mit Chatroulette: „Wenn man etwas besonderes macht, wie ich mit meiner Gitarre, wird man auch nicht weggedrückt. Sicher gibt es auch die Nackten, aber mittlerweile sind die perversen fast verschwunden. Wahrscheinlich, weil ihnen niemand zusieht.“
In der Tat kann man mit etwas Ausdauer und einem kreisenden Zeigefinger über der F9-Taste auch wirklich interessante Chatpartner aus aller Welt kennenlernen. Wenn man zwischendurch die Penisse ignoriert. Aber dafür wurde inzwischen eigens die F2-Taste mit der Funktion: „Nutzer melden“ eingerichtet. Wer mehrmals gemeldet wird, wird automatisch ausgesperrt.
Unsere Tipps für einen spannenden Chatausflug rund um die Welt:
- Die allgemeine Chatsprache auf Chatroulette ist Englisch.
- Kamera selbst immer einschalten, sonst wird man garantiert weggedrückt.
- Kreativ sein und einen interessanten, lustigen Bildausschnitt wählen.
- Nicht nackt sein.
Veröffentlicht in Aus Netz & Technik von admin | 1 Kommentar »


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